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23.02.16 - 13:47 Uhr

Im Mietshaus ist Instrumente spielen erlaubt

Egal, ob man als Berufsmusiker damit sein Geld verdient oder im Rahmen eines Hobbys Instrumente spielt — grundsätzlich ist das Musizieren im Mietshaus nach Darstellung des Mietervereins Leipzig erlaubt. Blockflöte, Klavier und Co. unterliegen demnach der selben Nutzungserlaubnis, wie das Verwenden elektronischer Geräte, beispielsweise Fernseher, Radio, CD-Player oder PC. Der Unterschied liegt darin, dass das Recht zur Hausmusik eingeschränkt werden kann.

Finden sich im Mietvertrag keine konkreten Regelungen, darf der Mieter nach Ansicht der Gerichte zwei bis drei Stunden pro Tag außerhalb der allgemeinen Ruhezeiten spielen. „Egal ob Anfänger oder Berufsmusiker - das Landgericht Düsseldorf hat darüber entschieden, dass die Qualität der Musikdarbietung bei der Beachtung der Zeitvorgabe keinen Einfluss hat. Allerdings spielt die Wahl des Instrumentes eine große Rolle“, erklärt Anke Matejka, Vorsitzende des Mietervereins Leipzig. Folgende Regelungen sind zu beachten:

  • Akkordeon: 1 1/2 Stunden pro Tag zwischen 9 und 13 und 15 und 22 Uhr (LG Kleve 6 S 70/90)
  • Klarinette und Saxophon: 2 Stunden pro Tag, sonntags nur 1 Stunde (OLG Karlsruhe 6 U 30/87)
  • Schlagzeug: 45 bis 90 Minuten pro Tag, außer sonntags (LG Nürnberg-Fürth 13 S 5296/90)
  • Klavier: Maximal 3 Stunden pro Tag, am Wochenende weniger (BayObLG 2 Z BR 55/95) 


Für Mieter kann es unangenehm werden, wenn sich unter den Hausbewohnern Berufsmusiker befinden, die sich Hausmusik und Musikunterricht im Mietvertrag haben erlauben lassen. Am Beispiel einer Klavierlehrerin entschied das Landgericht Frankfurt (2/25 O 359/89), dass sie werktags zwischen 7 und 17 Uhr spielen dürfe. Darüber hinaus darf sie zwischen 17 und 22 Uhr ebenfalls 3 Stunden ihrer Zeit am Klavier verbringen. Lediglich am Wochenende reduziert sich die Spielzeit auf insgesamt 5 Stunden.
Das Landgericht Flensburg (7 S 167/92) erlaubte der Familie eines Berufsmusikers Geige, Violine, Bratsche oder Celle täglich 8 Stunden lang zu spielen, an Sonn- und Feiertagen nur 6 Stunden.

WICHTIG: Berufsmusiker werden ohne entsprechenden Klausel im Mietvertrag wie gewöhnliche Mieter behandelt. Die vorgegebenen Spielzeiten von zwei bis drei Stunden, egal ob gewerblich oder privat, dürfen dabei nicht überschritten werden. Hält der Musiker diese Zeiten nicht ein, droht eine Kündigung (BGH VIII ZR 165/08).