Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

27.04.17 - 09:21 Uhr

Einrichtungsgegenstände des Vormieters – Tipps bei Übernahme

Schränke, Lampen oder ganze Einbauküchen – Einrichtungsgegenstände des Vormieters bieten gute Gelegenheiten für Neumieter die neue Wohnung unkompliziert mit den wichtigsten Möbeln auszustatten. Um Mobiliar und Hausrat zu übernehmen, ist lediglich eine Vereinbarung zwischen beiden Parteien nötig. Allerdings verlangen Vormieter nicht selten horrende Summen für den Nachlass. Wie Mieter in solchen Fällen abgesichert sind, erklärt der Mieterverein Leipzig.

 

Bei Accessoires oder kleinen Möbelstücken kommt es in vielen Fällen zu sogenannten Schenkungen, wenn zum Beispiel alte Gardinen in der Wohnung zurück bleiben. Die häufigste Form der Übernahme ist jedoch die Ablösevereinbarung. Diese ist einem Kaufvertrag gleichzusetzen und regelt die Inhalte der Einigung zwischen Mieter und Vermieter formal. „Eine schnelle und einfache Möglichkeit altes Inventar loszuwerden“, erklärt Anke Matejka, Vorsitzende des Mieterverein Leipzig und ergänzt: „Häufiges Problem: Für die Übernahme derartiger Einrichtungsgegenstände werden oft horrende Summen vom Vormieter verlangt. Potenzielle Mieter verweigern den Kauf und erhalten postwendend den Zuschlag für die Wohnung nicht. Das verbietet allerdings das Wohnungsvermittlungsgesetz.“

 

Rechtlich gesehen darf der Kaufpreis in keinem auffälligen Missverhältnis zum Wert der überlassenen Gegenstände stehen. Das ist der Fall, wenn der Kaufpreis mehr als 50 Prozent über dem Zeitwert liegt. Bezahlt der Mieter 3.000 Euro für die Schlafzimmerschrankwand, diese ist aber nach dem aktuellen Zeitwert (Kaufpreis abzüglich Alterung/Abschreibung) nur noch 500 Euro Wert, ist der Kaufvertrag lediglich bis zu einer Kaufsumme von 750 Euro gültig. Alle Zahlungen, die darüber liegen, können Nachmieter innerhalb einer Frist von drei Jahren vom Vormieter zurückfordern.

 

Grundsätzlich gilt: Vormieter dürfen ohne jegliche Absprache keinerlei Einrichtungsgegenstände in der Wohnung zurücklassen. Sowohl Vermieter als auch Mieter haben Anspruch auf eine leergeräumte Wohnung bei Übergabe. „Befindet sich bei der Abnahme noch Inventar in der Mietwohnung, empfehlen wir als Mieterverein ein klärendes Gespräch mit dem Vermieter, ob die zurückgelassenen Utensilien „vergessen“ wurden und noch abgeholt werden oder ob sie gegebenenfalls auf Kosten des Vormieters entsorgt werden können“, so Matejka.